Dienstag, 4. Februar 2014

Vom Valentinstag, von der Liebe und von einem perfekt unperfekten Marmorkuchen

Hallo ihr Lieben,

Jahr um Jahr kommt man am Valentinstag nicht unbemerkt vorbei. Und jedes Jahr gibt es die, die den Valentinstag verachten und finden, man sollte seine Liebe immer zeigen, nicht nur an einem (sowieso total kommerzialisierten da von der amerikanischen Blumenindustrie eingeführten) wilkürlich festgelegten Datum. Und die, die ihren Liebsten teure Geschenke machen, essen gehen, rote Rosen kaufen und Gedichte schreiben. Alle Läden sind voll von Pralinen in Herzform, extragroßen Teddybären und neustem Kuschel-Rock. Und jedes Jahr denke ich darüber nach, wie ich das alles eigentlich finde. Klar ist - ich verstehe sowohl die Valentinstagshasser als auch die Verfechter. Als hoffnungslose Romantikerin brauche ich ganz sicher keinen bestimmten Tag, um meine Liebe auszudrücken. Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir auch nicht ein, dass mein Freund und ich uns mal was Besonderes geschenkt haben. Allerdings finde ich es aber irgendwie dann doch schön, wenn ein bisschen "Liebe in der Luft liegt".



Ich glaube, was mich am meisten stört, sind all die Hochglanzprodukte, all die rosaroten Verpackungen und die viele Werbung. Das ist, das muss man wohl so sagen, Kommerzialisierung vom Feinsten - und einige Menschen verdienen ganz schön viel an unserem Bedürfnis, "Liebe" auszudrücken. Ist das nicht irgendwie paradox? Damit möchte ich niemanden verurteilen, das kann jede/r selbst entscheiden. Außerdem kann ich auch nicht abstreiten, dass ich mich über einen großen Blumenstrauß sehr freuen würde - auch wenn ich weiß, dass Blumen ganz schön viel kosten können. Aber für mich spielt das alles dieses Jahr gar keine Rolle. Denn mein Lieblingsschatz ist ja immer noch in China.


Ich kann also kein Valentinstagsfrühstück vorbereiten, keinen Kuchen backen, keine Geschenke aussuchen und nicht mal eine Karte schreiben - der Gute reist nämlich gerade durch das große Land. Aber ich kann da sein, mich mit ihm darüber freuen, dass er diese tolle Möglichkeit bekommen hat. Ich kann mitfiebern, mich interessieren, die Hälfte meines Kurses in Whatsapp verbringen, weil zu der Zeit eben in China Abend ist und ich doch Gute Nacht sagen muss. Und ist das nicht das größte Geschenk, das man sich machen kann? Klar, ich bin auch manchmal ganz schön wütend, dass er nicht da ist, wenn ich eine Umarmung so gut gebrauchen könnte. Und das Vermissen ist schlimm. Aber er kommt ja wieder. Und ich zähle schon die Tage! Ich habe während dieser Zeit so viel gelernt. Über mich, über uns und über die Liebe.

 

Eigentlich sind es doch ganz andere, alltägliche Sachen, die wirklich und absolut "ich liebe dich" sagen. Eine Nachricht in die Jackentasche stecken oder Gummibärchen in die Sockenschublade. Stundenlang telefonieren, obwohl man eigentlich dringend lernen muss. Actionfilme schauen, obwohl man die hasst. Frühstück ans Bett bringen, in den Arm nehmen. Den anderen so akzeptieren wie er ist, auch wenn das eben bedeutet, dass er wegen seiner unstillbaren Abenteuerlust sechs Monate ganz weit weg sein muss. Denn das Allerschönste ist und bleibt - dass man sich hat. Ganz umsonst und doch unbezahlbar.
Und jetzt denkt ihr vielleicht "Was hat das alles mit diesem Kuchen zu tun?". Naja, ich habe natürlich trotzdem das eine oder andere Valentinstagsrezept für euch. Weil das doch so Spaß macht! Und ob ihrs glaubt oder nicht - dieser Kuchen hat mich tatsächlich zu all diesen Gedanken angeregt. Erkennt ihr, dass da ein Herz drin ist? Ja, es ist furchtbar schief. Aber genau das ist es ja - perfekt ist, wer liebt und geliebt wird. Und dafür muss man alles sein, nur eben nicht perfekt. :-) 


Für den Kuchen habe ich dieses (perfekte) Marmorkuchenrezept von Penne im Topf verwendet - aber ich habe den Teig in zwei gleiche Mengen geteilt bevor ich den einen dunkel gefärbt habe. Dann habe ich in einer kleinen Kastenform zuerst einen komplett dunklen Kuchen gebacken. Nach dem Auskühlen muss man diesen dann in Scheiben schneiden und Herzen ausstechen. Die legt man dann in die Form und gibt den restlichen hellen Teig dazu. Und wenn man auf beiden Seiten gleich viel Teig verteilt, bleibt das Herz auch gerade. :-) Am besten, man kippt die Herzen zuerst zur einen Seite und drückt sie dann zurück in die Mitte. Und dann backt man den Kuchen nochmal, allerdings braucht er jetzt natürlich etwas kürzer - die Stäbchenprobe hilft!


 Ui, das war jetzt ganz schön viel Text. Wenn ihr bis hierhin durchgehalten habt - Respekt! Ich bin ein bisschen nervös, weil dieser Post doch sehr persönlich ist. Aber mir war danach, das alles mal zu schreiben.

Ich hoffe, ihr fühlt euch ordentlich geliebt - heute, am Valentinstag und überhaupt immer. Lasst es euch gut gehen!

Eure Assata



Kommentare:

  1. Liebe Assata, was für wundervolle, rührende, nachdenklich und gleichzeitig glücklich machende, sehr kluge Worte.
    Irgendwie genau das, was ich heute "gebraucht" habe...danke von Herzen

    Alles LIEBE ;)
    I.

    P.S.: Der Kuchen schaut natürlich auch toll aus! ;)

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    1. Vielen lieben Dank liebe I., das macht mich sehr glücklich.

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  2. I FIND DES WUNDERBAR; was gschrieben hasch:::
    GAAANZ liab::
    UND DER KUACHA:::
    IS sooowiesooo herzig::::
    HOBS NO FEIN,,,
    bussale... BIRGIT;;;

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  3. Hallo!

    Das hast du so wunderbar geschrieben, ich muss gleich weinen, weil ich von deinem Beitrag so gerührt bin!

    LG
    Viktoria

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    1. Liebe Viktoria,
      vielen Dank für deine lieben Worte, das freut mich so!
      Assata

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  4. Diese Idee hab ich schonmal gesehen und finde der Kuchen sieht super genial aus. Auch mit schiefem Herz erkennt man es gut, sehr schön.
    Ich habe auch gerade eine Kollegin die auf die Rückkehr des Freundes wartet. Der ist drei Monate in Amerika und ein Monat ist erst rum. Ich hoffe dein Freund kommt bald wieder zurück

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  5. liebe assata!
    du hast mit deinem post echt den nagel auf den kopf getroffen! danke für deine aufrichtigen worte - sie sprechen mir irgendwie aus der seele ♡
    den kuchen finde ich auch ganz toll - ich habe auch so was ähnliches vor ;)
    alles liebe
    nadin

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  6. Ein sehr toller Post/Worte. Mach dich nicht nervös weil es ein etwas persönlicherer Post ist... Ich finde den Kuchen gerade mit dem schiefen Herz wunderbar. =)

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  7. schöner post & wahre worte! der kuchen ist sooo herzig :) lg
    bina

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  8. Liebe Assata, Respekt, dass du dich das getraut hast :) Ich finde, das ist auch mal vollkommen in Ordnung, sehr persönliche aber auch berührende Gedanken aufzuschreiben. Schön, dass auch bei anderen, erfahreneren Food-Bloggern als mir mal was schief geht (das ist sehr sympathisch ;)) Lg Carina

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